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Praktische Tipps bei einer Pollenallergie

..... den Pollen kann man eh nicht entkommen ....

- falsch!

Wer weiß, auf welche Pollen er allergisch ist, hat durchaus Chancen, den Kontakt mit den jeweiligen Pollen auf ein Minimum zu reduzieren und somit seine Leidenszeit erträglicher zu machen.

Beachten Sie örtlichen Polleninformationen in den Zeitungen, im Rundfunk, im Teletext und im Internet. Über www.pollenwarndienst.at bzw. www.polleninfo.org verbinden wir Sie zu allen verfügbaren aktuellen Informationen in Österreich und Europa.

1) Die Luft filtern



Aufenthalt in geschlossenen Räumen
Die Pollenkonzentration geht bereits nach 10 Minuten auf etwa 1% des Außenwertes zurück, wenn Sie die Fenster schließen. Vermeiden Sie Turbulenzen (z.B. Ventilator, oder heftiges Umhergehen im Zimmer), weil dadurch die am Boden liegenden Pollen neuerlich aufgewirbelt werden.

Im Freien bietet der Laubwald Schutz - wenn schon Aufenthalt im Freien, dann im belaubten Wald
Blätter sind sehr effiziente Pollen-Filter. Ein Aufenthalt im belaubten Wald ist praktisch ebenso gut wie in geschlossenen Räumen. Vorsicht ist aber am Waldrand geboten, da die die Pollenkonzentrationen dort besonders hoch sind. Also ohne Zögern gleich rein in den Wald - (aber erst wenn die Blätter bereits entwickelt sind).

Pollenfilter fürs Auto
Pollenfilter sind für alle gängigen Automarken erhältlich. Bei den «besseren» Modellen sind sie bereits serienmäßig eingebaut. Sie bieten ausgezeichneten Schutz, vorausgesetzt, sie sind fachmännisch eingebaut und werden auch regelmäßig gewartet (=ersetzt). Klarerweise können sie nur funktionieren, wenn die Autofenster geschlossen bleiben.

Pollen-Filter Masken
Diese Masken sehen etwa wie OP-Masken aus und haben eine gute Filterwirkung, der modische Aspekt lässt allerdings zu wünschen übrig. Obendrein behindern sie durch den eingebauten Filter die Atmung ein wenig und auch der Gummi drückt - komfortabel kann man diese Dinger nicht gerade nennen. Wenn Sie aber wirklich stark unter Ihrer Allergie leiden, sind sie eine brauchbare, gute Hilfe.

Pollenschutzgitter
Auf dem Markt sind auch textile Pollenschutz-Gitter für die Fenster in der Wohnung erhältlich. Eine spezielle Textilstruktur verhindert das Eindringen von nahezu 90% der Pollen, jeder Art und Größe, bei freiem Luftaustausch und unwesentlich eingeschränkter Sicht.
Diese Pollenschutzgitter erlauben es dem Pollenallergiker, fortan auch bei offenem Fenster zu arbeiten oder zu schlafen, ohne einer nennenswerten Pollenbelastung ausgesetzt zu sein.

Elektrostatische Pollen-Filter
Es gab sogenannte «Pollen-Abwehrgeräte», die auf dem elektrostatischem Prinzip arbeiten. Sie werden einfach umgehängt und aktiviert. Ein Großteil der Pollen schlägt sich durch die starke Aufladung auf der Kleidung und im Haar nieder, noch ehe sie in die Atemwege gelangen können. Daher ist es sehr wichtig, beim nach Hause kommen die Kleidung zu wechseln und die Haare zu waschen, um nicht die ganze Wohnumgebung mit zusätzlichen Pollen zu belasten.
Unseren Nachforschungen zufolge sind aber diese Geräte zumindest in Österreich nicht mehr im Handel. Grund dafür dürfte wohl der unverhältnismäßig hohe Anschaffungspreis gewesen sein.

2) Freizeitaktivitäten sinnvoll planen - Zu welcher Tageszeit kann ich ins Freie?



Vermeiden Sie vor allem mittags einen Aufenthalt im Freien
Es werden recht unterschiedliche Angaben über die tageszeitliche Verteilung von Pollen in der Atemluft in Umlauf gesetzt. Die Ursache liegt einesteils in der Entfernung der Pollenquelle von der Pollenfalle (=Nase), ist aber auch darin begründet, dass die Pollenmessstellen in Dachhöhe (10 bis 40 m über Grund) operieren.
Bei Baumpollen ist der Unterschied zwischen Dach und Straßenniveau nicht gravierend, Gräser- und Kräuterpollen zeigen jedoch teilweise eklatante Unterschiede.
Die stärksten Pollenbelastungen durch Pollen, deren Pflanzen in der unmittelbaren Umgebung blühen, werden üblicherweise um die Mittagszeit gemessen. Diese Angabe ist eine statistische Aussage, die sich auf die Mehrheit der Beobachtungen stützt. Im Einzelfall kann jeder Tag je nach Wetterentwicklung völlig anders aussehen. Eine generelle Aussage ist nur wie oben angegeben möglich.
Gräserpollen sind in Wiesengebieten angeblich manchmal morgens stärker vertreten und fallen im städtischen Bereich meist erst gegen Mittag in größeren Mengen an. Neuere eingehendere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass es ländliche Bereiche gibt, wo gerade morgens kein Risiko für Gräserpollen-Allergiker besteht!!! Ein Beispiel gefällig? (Lunz am See).
Ein Beispiel für die Situation in Wien lohnt sich vielleicht im Vergleich dazu zu studieren....
Der Tagesgang ist in ländlichen Bereichen wesentlich ausgeprägter als in Stadtbereichen oder in Bereichen fernab der Pollenquellen.
Falls Sie auf Freiland-Pilzsporen allergisch reagieren, so ist der Nachmittag die ungelegenste Zeit für Aktivitäten außer Haus.

Kein Sport im Freien während der Pollensaison
Je mehr Luft Sie einatmen, desto mehr Pollen atmen Sie mit ein. Wenn Sie also ins Keuchen kommen, bekommen Sie auch mehr Allergene ab.
Wenn Sie aber unbedingt Sport betreiben wollen, dann bietet sich am ehesten der frühe Morgen an.
Am besten ist es, Sie betreiben Sport in der Halle.
Notiz: Bei Ausdauersportlern - z.B. Langstreckenläufern wurde gelegentlich schon das Gegenteil beobachtet: unter Anstrengung verschwand der Heuschnupfen vorübergehend.

Kein Alkohol
Alkohol erweitert die Gefäße. Das betrifft auch die Nasenschleimhaut, die durch Alkohol durchlässiger wird und damit können die Pollenallergene leichter in die Blutbahn gelangen. Auch manche Medikamente zeigen einen ähnlichen Effekt.

Tragen Sie eine Sonnenbrille (und Hut)
Sonnenbrillen haben zwei positive Effekte: sie halten einen Teil der Pollen von Ihren Augen fern und Sie schützen Ihre bereits irritierte Augenschleimhaut, die während der allergischen Reaktion lichtempfindlicher ist als sonst.
Wenn Sie nun noch zusätzlich einen Hut mit breiter Krempe tragen, haben Sie einen noch besseren Schutz.

Gehen Sie auf der Sonnenseite der Straße
Die Engländer wollen wissen, daß in der Stadt auf der Sonnenseite weniger Pollen in der Luft herumirren als auf der Schattenseite. Das ist angeblich auf die Konvektion zurückzuführen.

3) Abgesehen von geeigneten Medikamenten können Sie auch Hausmittel anwenden



Nasenspülungen, «Nasendusche»
Manche Allergiker schwören auf die rasche und zuverlässige Wirkung von Nasenspülungen mit einer Kochsalzlösung: zwei bis drei Esslöffel Salz in einem Liter lauwarmem Wasser auflösen und damit die Nase spülen, dies befreit Sie umgehend von dem allergischen Schnupfen.
Die Pollenallergene sind sehr leicht wasserlöslich und werden abtransportiert. Ein wenig Geschick ist allerdings bei dieser Prozedur vonnöten, ebenso wie beim Gebrauch einer «Nasenglocke» oder «Nasendusche» zum gleichen Zweck. Es gibt auch fertige Lösungen in der Apotheke zu kaufen.


Nasengel
Seit einiger Zeit ist auch ein Nasengel in den Apotheken erhältlich, das für einige Zeit die aus den Pollen austretenden allergieauslösenden Moleküle davon abhalten kann, durch die Nasenschleimhaut in die Blutbahn zu gelangen.
Die allergieauslösenden Moleküle sind nämlich allesamt leicht wasserlöslich und werden durch wasserabweisende Salben oder Gels am Durchtritt verhindert. Dieser Umstand der leichten Wasserlöslichkeit erklärt auch die Wirkung der oben geschilderten Nasendusche mit isotonischer Kochsalzlösung.
In Zusammenhang mit dem Gel ist es wichtig, vor der Applikation des Gels eine Nasenspülung durchzuführen, da sonst die im Nasensekret gelösten Moleküle erst recht an der Schleimhaut hängen bleiben und langsam diffundieren können. Das «Rinnen der Nase» hätte ja letztlich die Aufgabe, die «feindlichen» Moleküle abzutransportieren......

4) Gegenden mit weniger Pollenbelastung



Planen Sie Ihren Urlaub mit unserer Hilfe
Ein oder zwei Wochen früher oder später zu urlauben kann einen Riesenunterschied ausmachen! Wenn Sie ein wenig Freiraum in Ihrer Urlaubsplanung haben, so versuchen Sie doch der Pollensaison zu entkommen! Sie finden für die wichtigsten Pollen drei Verbreitungskarten pro Monat auf www.pollenwarndienst.at in der linken Leiste unter «Verbreitung».
Da von Jahr zu Jahr dennoch Unterschiede zu den bestehenden Karten mit den langjährigen Mittelwerten auftreten, haben wir für Sie aktuelle Informationen für die meisten europäischen Länder am Pollen Web Server www.polleninfo.org eingerichtet.

Besser geht´s an der Küste oder in den Bergen
Stimmt. Im allgemeinen sind dort die Pollenkonzentrationen niedriger. Dennoch gibt es Ausnahmen von dieser Regel.


5) Allergenquellen beseitigen



Wäsche von Allergikern nicht im Freien trocknen
Hängen Sie während der entsprechenden Pollensaison die Wäsche für Allergiker nicht im Freien auf. Das feuchte Gewebe fängt die Pollen wie eine effiziente Pollenfalle. Beim Kontakt mit der auf diese Weise getrockneten Wäsche kann es zu unangenehmen Überraschungen kommen (Flecken auf der Haut, Juckreiz...), aber auch zu klassischen Heuschnupfenbeschwerden. Zumindest sollte die Wäsche ordentlich gebügelt werden, dann ist auch diese Gefahr gebannt.

Keine Angst vor der Birke in Ihrem Garten
Schneiden Sie Ihre Birke im Garten nicht um! Es ist die Birke in Nachbars Garten, die Ihnen Beschwerden macht. Die Pollen der Bäume werden gleich dem Rauch eines Lagerfeuers in die Höhe transportiert, verteilen sich dann in der Luft und sinken daraufhin während des Transportes mit dem Wind allmählich ab. Birkenpollen verteilen sich über –zig Kilometer – sie müssten viele Birken umschneiden um einen Effekt zu erreichen.

Rasen mähen…
Wenn Sie in Ihrem Garten einen Rasen pflegen, so halten Sie ihn kurz, damit die Gräser nicht zum Blühen kommen. Bitten Sie auch Ihre Nachbarn, deren Rasen nicht auswachsen zu lassen.
Als Allergiker sollten Sie aber das Weite suchen, sobald der Rasen gemäht wird. Beim Mähen werden winzige Aerosole aus den Halmen freigesetzt, die ebenso wie die Pollen, Allergene enthalten. Nach spätestens einer Viertelstunde haben sich diese aber gesetzt und werden nicht mehr inhaliert.

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