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Pollenatlas

Dieser POLLENATLAS enthält derzeit bereits über 90 verschiedene Pollentafeln mit Bildern und Beschreibungen der Pollen, die öfters in Luftproben anzutreffen sind.

Autorenschaft: Der Pollenatlas wurde von Edith Bucher und Veronika Kofler (Biologisches Labor der Landesagentur für Umwelt, Bozen) erstellt, ausgearbeitet und zur Verfügung gestellt.

  • Betula pendula

    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Pollen im optischen Schnitt (3)
    Pollen im optischen Schnitt (3)

    Art: Betula pendula (Hänge-Birke)
    Pflanzenfamilie: Betulaceae
    bei aerobiologischen Untersuchungen üblicherweise erreichtes Bestimmungsniveau: Beutle

    Pollenbeschreibung:
    Form:
     in der Polansicht rundlich, in der Seitenansicht rundlich bis oval
    Größe: Polachse: 22,6 (21-25) µm, Äquatordurchmesser: 24 (22-25) µm
    Keimöffnungen: triporater Pollen mit vorstehenden Keimporen, seltener auch tetra- oder pentaporat, Ausbildung einer getrennten, offenen Kammer innerhalb der Keimöffnungen (Vestibulum)
    Pollenwand: dünne, scabrate Exine, um die Keimporen ringförmig verdickt, dünne Intine, bildet Keimhöfe aus

    Angaben zur Pflanze:
    Die Hänge-Birke ist eine eurosibirische Baumart und in lichten Laub- und Nadelwäldern sowie in Torfmooren verbreitet. In höheren Lagen ist sie vor allem auf extremen Standorten wie Schutthängen, Waldschlägen und trockenen, mageren Wiesen und Weiden anzutreffen.
    Die Blüten werden bereits im Vorjahr angelegt und erscheinen mit den rhombischen, fein zugespitzten Blättern im Frühjahr. Die männlichen Blüten bilden hängende Kätzchen, die den Winter ungeschützt überdauern. Die weiblichen Blüten überwintern in Knospenschuppen und entfalten kurz vor den männlichen Blüten ihre Narben, wodurch die Fremdbestäubung begünstigt wird. Im Zeitraum von März bis Mai schüttet die windblütige Birke sehr große Pollenmengen in die Luft aus.

    Fotos: Landesagentur für Umwelt, Bozen

     

     

     

    Weitere Informationen zu Betula pendula
  • Brassica napus

    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)

    Art: Brassica napus (Raps)
    Pflanzenfamilie: Brassicaceae
    bei aerobiologischen Untersuchungen üblicherweise erreichtes Bestimmungsniveau: Brassicaceae

    Fotos: Landesagentur für Umwelt, Bozen

    Pollenbeschreibung:
    Form:
    in der Polansicht abgerundet dreieckig, in der Seitenansicht rundlich bis oval
    Größe: Polachse: 22,8 (21-24) µm, Äquatordurchmesser: 24 (23-25) µm
    Keimöffnungen: tricolpater Pollen mit an den Enden abgerundeten Keimspalten, Keimspaltenmembran manchmal von feinkörnigen Exineresten bedeckt
    Pollenwand: retikulate Exine, Netzwände erscheinen in der Aufsicht perlschnurartig, Maschenweite des Exinenetzes in Richtung der Keimspalten kaum verringert (wichtiger Unterschied zu den genetzten Weiden-Pollen), am Keimspaltenrand zum Teil offene Netzmaschen, die Keimspalten sind daher nicht deutlich von der Exine abgegrenzt

    Angaben zur Pflanze:
    Der Raps wird in einer Reihe von Sorten als Öl- und Futterpflanze angepflanzt und kommt verwildert in Äckern, an Wegen und Schuttplätzen vor. Die Pflanze besitzt kahle, bläulich bereifte Blätter. Die Blüten sind durch goldgelbe Kronblätter und aufrecht abstehende Kelchblätter gekennzeichnet. Sie sind in einer Blütentraube angeordnet, wobei die geöffneten Blüten zum Teil tiefer als die Knospen stehen. Die Blüte erfolgt vom späten Frühling bis Herbst über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen.

  • Broussonetia papyrifera

    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Pollen im optischen Schnitt (3)
    Pollen im optischen Schnitt (3)
    Exineskulptur, Aperturen (3)
    Exineskulptur, Aperturen (3)

    Art: Broussonetia papyrifera (Papiermaulbeerbaum)
    Pflanzenfamilie: Moraceae
    bei aerobiologischen Untersuchungen üblicherweise erreichtes Bestimmungsniveau: Moraceae, Moraceae/Urticaceae-Gruppe

    Fotos: Landesagentur für Umwelt, Bozen

    Pollenbeschreibung:
    Form:
    rundlich bis oval
    Größe: Polachse 13,4 (11,9-14,8) µm, Äquatordurchmesser: 14,1 (12,9-14,8) µm
    Keimöffnungen: diporater Pollen mit etwa 1,5 µm großen Keimporen, Keimporenmembran manchmal mit kaum sichtbarem Exinerest (Operculum?)
    Pollenwand: dünne, psilate bis scabrate Exine, dünne Intine, bildet etwa 2-3 µm tiefe Keimhöfe aus
    weitere Merkmale: feinkörniges Zellplasma
    Anmerkung: Verwechslungsgefahr mit Morus, Urtica, Parietaria

    Angaben zur Pflanze:
    Der Papiermaulbeerbaum ist ursprünglich in China und Japan beheimatet. Er vermehrt sich leicht und ist heute in Süd-Europa und Teilen der USA eingebürgert. Es handelt sich um eine zweihäusige Art, bei der die Blüten nach Geschlechtern getrennt auf zwei Pflanzen vorkommen. Im April bis Mai erscheinen die unscheinbaren Blüten: die männlichen in nickenden Kätzchen, die weiblichen in kugeligen Blütenständen.

  • Buxus sempervirens

    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)

    Art: Buxus sempervirens (Immergrüner Buchsbaum)
    Pflanzenfamilie: Buxaceae
    bei aerobiologischen Untersuchungen üblicherweise erreichtes Bestimmungsniveau: Buxus

    Fotos: Landesagentur für Umwelt, Bozen

    Pollenbeschreibung:
    Form:
    rundlich bis oval, mit unregelmäßigem Umriss
    Größe: 28,9 (25-35) µm x 32,3 (29-38) µm
    Keimöffnungen: periporater Pollen mit zahlreichen, unregelmäßigen, meist länglichen und unscharf abgegrenzten Keimporen, die wie Löcher in einem aufgebrochenen Exinenetz wirken
    Pollenwand: etwa 1,5 µm dicke, retikulate Exine, etwa 1,5 µm dicke Intine, Exine-Netzleisten in der Aufsicht punktiert
    weitere Merkmale: körniges Zellplasma mit Leukoplasten

    Angaben zur Pflanze:
    Der Immergrüne Buchsbaum ist ein anpassungsfähiger und langlebiger Strauch oder kleiner Baum, der wegen seiner kleinen, ledrigen Blätter, seiner dichten Wuchsform und seiner hohen Schnittverträglichkeit in Gärten und Parkanlagen angepflanzt wird. Diese südeuropäisch-westasiatische Pflanze wird häufig als Hecke gezogen oder zu Figuren geformt. Verzichtet man auf den Schnitt, erscheinen die unscheinbaren gelbgrünlichen, zweihäusigen Blüten von März bis Mai in achselständigen Büscheln. Mehrere männliche Blüten mit auffälligen, gelben Staubblättern umgeben jeweils eine weibliche Blüte. Nektar wird zwischen den Frucht- sowie zwischen den Staubblättern reichlich abgesondert und ist für Bienen leicht zugänglich.

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