Pollenatlas

Dieser POLLENATLAS enthält derzeit bereits über 90 verschiedene Pollentafeln mit Bildern und Beschreibungen der Pollen, die öfters in Luftproben anzutreffen sind.

Autorenschaft: Der Pollenatlas wurde von Edith Bucher und Veronika Kofler (Biologisches Labor der Landesagentur für Umwelt, Bozen) erstellt, ausgearbeitet und zur Verfügung gestellt.

  • Fagus sylvatica

    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)

    Art: Fagus sylvatica (Rotbuche)
    Pflanzenfamilie: Fagaceae
    bei aerobiologischen Untersuchungen üblicherweise erreichtes Bestimmungsniveau: Fagus, (Fagaceae)

    Fotos: Landesagentur für Umwelt, Bozen

    Pollenbeschreibung:
    Form:
    rundlich
    Größe: Polachse: 44,6 (41-47) µm, Äquatordurchmesser: 47,8 (45-52) µm
    Keimöffnungen: tricolporater Pollen mit kurzen, schmalen, zugespitzten Keimspalten und deutlich ausgeprägten, etwa 9-11 µm großen Keimporen, an den Porusränder manchmal Exinereste
    Pollenwand: dünne, scabrate bis rugulate Exine, verdickt sich geringfügig um die Keimporen, dünne Intine, quillt im Bereich der Keimporen vor
    weitere Merkmale: körniges Zellplasma

    Angaben zur Pflanze:
    Die Rotbuche gilt als europäische Pflanze. Der bis 40 m hohe, sommergrüne Baum charakterisiert montane Laubwälder und kommt insbesondere in Gebieten mit feucht-atlantischem Klima vor. Seine Blätter sind elliptisch bis eiförmig und in der Jugend weich abstehend behaart. Die Blüte beginnt im Alter von 40-60 Jahren, eine Vollblüte erfolgt meist nur alle 5-6 Jahre. Die eingeschlechtlichen Blütenstände erscheinen im April bis Mai mit der Belaubung an den jungen Trieben. Die männlichen Blüten sind in gestielten, kugeligen und vielblütigen Kätzchen angeordnet, aus denen die Staubblätter weit hervorragen. Die ebenfalls gestielten, weiblichen Blütenstände sind zweiblütig und stehen an der Sprossspitze. Sie sind von einem weichstacheligen Fruchtbecher umgeben, der später verholzt und die Nussfrüchte, die so genannten Bucheckern, einschließt.

  • Fraxinus excelsior

    Polansicht - Pollen im optischen Schnitt (1)
    Polansicht - Pollen im optischen Schnitt (1)
    Polansicht - Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Polansicht - Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)

    Art: Fraxinus excelsior (Gemeine Esche)
    Pflanzenfamilie: Oleaceae
    bei aerobiologischen Untersuchungen üblicherweise erreichtes Bestimmungsniveau: Fraxinus excelsior, Fraxinus, (Oleaceae)

    Fotos: Landesagentur für Umwelt, Bozen

    Pollenbeschreibung:
    Form:
    in der Polansicht rundlich bis abgerundet dreiseitig, in der Seitenansicht oval
    Größe: Polachse: 22,5 (20-24) µm, Äquatordurchmesser: 26,7 (24-28) µm
    Keimöffnungen: tri-, seltener tetracolpater Pollen mit schmalen, langen, mehr oder weniger zugespitzten Keimspalten
    Pollenwand: dünne, retikulate Exine, Netzwände erscheinen in der Aufsicht perlschnurartig, feines Exinenetz mit variabler Maschenweite, dünne Intine, bildet flache Keimhöfe aus
    Anmerkung: Das Pollenkorn färbt sich mit fuchsinhaltiger Gelatine nur schwach (hellrosa).

    Angaben zur Pflanze:
    Die Gemeine Esche kommt in Laub- und Nadelmischwäldern vor; sie bevorzugt feuchte Schluchten und Standorte nahe an Fließgewässern. Außerdem wird sie in verschiedenen Sorten in Gärten und Parkanlagen sowie an Wegrändern angepflanzt. Die Gemeine Esche ist ein windblütiger Baum mit gegenständigen, gefiederten Blättern. Im Winter lässt sie sich gut an den schwarzbraunen Blütenknospen erkennen. Die unscheinbaren, eingeschlechtlichen oder zwittrigen Blüten entfalten sich vor den Blättern. Sie sind ohne Kelch und Krone und in dichten Rispen gebündelt. Die Blüte erfolgt im Zeitraum von März bis Mai. Die gestielten, einsamigen Früchte sind in hängenden Büscheln angeordnet.

  • Fraxinus ornus

    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)

    Art: Fraxinus ornus (Manna-Esche, Blumen-Esche)
    Pflanzenfamilie: Oleaceae
    bei aerobiologischen Untersuchungen üblicherweise erreichtes Bestimmungsniveau: Fraxinus ornus, Fraxinus, (Oleaceae)

    Fotos: Landesagentur für Umwelt, Bozen

    Pollenbeschreibung:
    Form:
    in der Polansicht meist rund, seltener abgerundet dreiseitig, in der Seitenansicht oval bis rundlich
    Größe: Polachse: 20,1 (18-22) µm, Äquatordurchmesser: 22,6 (21-24) µm
    Keimöffnungen: tricolporater Pollen mit sehr langen, spindelförmigen Keimspalten und lolongaten, oftmals kaum erkennbaren Keimporen
    Pollenwand: retikulate Exine, Exinequerschnitt und Maschenweite des Exinenetzes verringern zu den Keimöffnungen, Netzwände erscheinen in der Aufsicht perlschnurartig, Membran der Keimöffnungen oftmals von feinkörnigen Exineresten bedeckt, Intine bildet meist flache Keimhöfe aus
    Anmerkung: ähnlicher Pollen bei Olea europea

    Angaben zur Pflanze:
    Die Manna- oder Blumen-Esche gilt als südeuropäische-westasiatische Pflanze. Sie ist im Mittelmeergebiet weit verbreitet und dringt längs der Haupttäler bis in die Zentralalpen vor. Der wärmeliebende, sommergrüne Baum wächst in Gebüschen und lichten Wälder der kollinen Höhenstufe, gelegentlich wird er angepflanzt und kann auch verwildern. Er besitzt gefiederte Blätter mit ovalen bis lanzettlichen Teilblättern. Seine duftenden, weißen Blüten sind in meist endständigen, aufrechten Rispen vereint und erscheinen mit den Blättern im Zeitraum von April bis Anfang Juni. Die Manna-Esche ist nektarlos, jedoch eine ergiebige Pollenquelle für Insekten.

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