Aktuelles Spendenprojekt: Ragweed Finder App

×

Pollenatlas

Dieser POLLENATLAS enthält derzeit bereits über 90 verschiedene Pollentafeln mit Bildern und Beschreibungen der Pollen, die öfters in Luftproben anzutreffen sind.

Autorenschaft: Der Pollenatlas wurde von Edith Bucher und Veronika Kofler (Biologisches Labor der Landesagentur für Umwelt, Bozen) erstellt, ausgearbeitet und zur Verfügung gestellt.

  • Salix sp.

    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)

    Art: Salix sp. (Weide)
    Pflanzenfamilie: Salicaceae
    bei aerobiologischen Untersuchungen üblicherweise erreichtes Bestimmungsniveau: Salix, Salicaceae

    Fotos: Landesagentur für Umwelt, Bozen

    Pollenbeschreibung:
    Form:
    rundlich
    Größe: Polachse: 18,8 (18-19) µm, Äquatordurchmesser: 20,4 (19-24) µm
    Keimöffnungen: tricolporater Pollen mit breiten, langen Keimspalten, Keimspaltenmembran manchmal von sehr kleinen, körnigen Strukturen bedeckt
    Pollenwand: dünne, retikulate Exine, Maschenweite des Netzes verringert sich in Richtung der Keimspalten (Ausbildung eines Margo), dünne Intine, verdickt sich im Bereich der Keimspalten und quillt oft vor

    Angaben zur Pflanze:
    Die Weiden umfassen ein breites Spektrum von Strauch- und Baumarten, die schwer voneinander zu unterscheiden sind. Die Weiden sind lichtbedürftig und besiedeln Ruderalstandorte, Auwälder und Ufergebüsche. Die zweihäusigen Blüten sind ohne Blütenhülle und in eiförmigen bis zylindrischen, meist aufrechten, vielblütigen Kätzchen angeordnet. Die Blüte erfolgt je nach Art im Zeitraum von März bis August. Insbesondere im Frühjahr sind die Weiden als Pollen- und Nektarspender für Bienen von Bedeutung. Obwohl Weiden insektenblütig sind, werden ihre Pollen zum Teil durch den Wind verfrachtet und vorwiegend im März bis April in der Luft nachgewiesen.

  • Sambucus nigra

    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Exineskulpture und Keimöffnungen (2)
    Exineskulpture und Keimöffnungen (2)

    Art: Sambucus nigra (Schwarzer Holunder)
    Pflanzenfamilie: Caprifoliaceae
    bei aerobiologischen Untersuchungen üblicherweise erreichtes Bestimmungsniveau: Sambucus

    Fotos: Landesagentur für Umwelt, Bozen

    Pollenbeschreibung:
    Form:
    in der Polansicht rundlich, in der Seitenansicht rundlich bis oval
    Größe: Polachse: 17,1 (16-19) µm, Äquatordurchmesser: 18,7 (17-20) µm
    Keimöffnungen: tricolporater Pollen mit langen, breiten Keimspalten, Keimporen kaum erkennbar
    Pollenwand: dünne, zu den Keimspalten abgeflachte Exine mit sehr feiner, engmaschiger Netzstruktur, dünne Intine, quillt im Bereich der Keimporen geringfügig vor
    weitere Merkmale: ähnliche Pollen bei Sambucus racemosa

    Angaben zur Pflanze:
    Der Schwarze Holunder ist in feuchten Wäldern, Gebüschen, an Schuttplätzen und häufig auch in Siedlungsnähe verbreitet. Seine großen, weißgelben Blütenstände sowie die dunklen Beeren sind in der Ernährung und in der Volksheilkunde von Bedeutung. Dieser Strauch oder kleine Baum besitzt gefiederte Blätter mit meist fünf Teilblättern. Die dichten, schirmförmigen Trugdolden erscheinen nach den Blättern im Zeitraum Mai bis Juli und bestehen aus einer Vielzahl von kleinen Einzelblüten. Diese produzieren keinen Nektar, bieten den Bienen aber reichlich gelben Pollen an.

  • Saponaria officinalis

    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)

    Art: Saponaria officinalis (Gemeines Seifenkraut)
    Pflanzenfamilie: Caryophyllaceae
    bei aerobiologischen Untersuchungen üblicherweise erreichtes Bestimmungsniveau: Caryophyllaceae

    Fotos: Landesagentur für Umwelt, Bozen

    Pollenbeschreibung:
    Form:
    rund
    Größe: 49,2 (46-52) µm
    Keimöffnungen: periporater Pollen mit 9 bis 11 großen Poren, Keimporen von einem aus körnchenförmigen Exineresten bestehenden Operculum bedeckt, Keimporenmembran tritt durch Quellung etwas hervor
    Pollenwand: retikulate Exine, an den Kreuzungen der Netzwände treten die Exinecolumellen hervor, die Pollenoberfläche wirkt daher geperlt, dünne Intine
    Anmerkung: ähnliche Pollen bei weiteren Vertretern der Caryophyllaceae (typische Gitterkugelgestalt mit zahlreichen, regelmäßig über die Oberfläche verteilten Poren, Anzahl der Keimporen variiert je nach Pflanzenart)

    Angaben zur Pflanze:
    Das Gemeine Seifenkraut ist von Südeuropa bis nach Skandinavien verbreitet und gilt als europäisch-westeuropäisches Element. Es wächst an Uferböschungen, an Bahndämmen, an Wegrändern und Schuttplätzen. Die ausdauernde Pflanze besitzt lanzettliche Blätter und rosa bis weiße Blüten in gestielten, doldigen Blütenständen. Die Blüte erfolgt im Zeitraum Juli bis September. Die Blüten duften abends am stärksten; sie werden von Schwärmern bestäubt. Der Nektar wird am Grunde der langen Kronröhre abgesondert und ist daher nur für langrüsselige Insekten erreichbar.



  • Silene dioica

    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)

    Art: Silene dioica (Rote Waldnelke)
    Pflanzenfamilie: Caryophyllaceae
    bei aerobiologischen Untersuchungen üblicherweise erreichtes Bestimmungsniveau: Caryophyllaceae

    Fotos: Landesagentur für Umwelt, Bozen

    Pollenbeschreibung:
    Form:
    rund
    Größe: 34 (31-37) µm
    Keimöffnungen: periporater Pollen mit zahlreichen (etwa 20 bis 30), deutlich abgegrenzten Poren, Keimporen von einem aus körnchenförmigen Exineresten bestehenden Operculum bedeckt, Keimporenmembran tritt durch Quellung etwas hervor
    Pollenwand: retikulate Exine, Netzwände erscheinen in der Aufsicht perlschnurartig, dünne Intine
    Anmerkung: ähnliche Pollen bei weiteren Vertretern der Caryphyllaceae (typische Gitterkugelgestalt mit zahlreichen, regelmäßig über die Oberfläche verteilten Poren, Anzahl der Keimporen variiert je nach Pflanzenart)

    Angaben zur Pflanze:
    Die Rote Waldnelke wächst auf feuchten Wiesen, Hochstaudenfluren, lichten Laubmisch- und Auwäldern. Sie besitzt breit-lanzettliche bis ovale Blätter und einen lockerrispigen Blütenstand. Diese eurosibirische Art ist – wie bereits ihr lateinischer Name verrät – zweihäusig. Die roten, geruchlosen Blüten sind tagsüber geöffnet und werden von Tagfaltern bestäubt. Die Blütezeit erfolgt von April bis September, in tieferen Lagen überwiegend im Mai.

  • Sinapis arvensis

    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Pollen im optischen Schnitt (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (2)

    Art: Sinapis arvensis (Acker-Senf)
    Pflanzenfamilie: Brassicaceae
    bei aerobiologischen Untersuchungen üblicherweise erreichtes Bestimmungsniveau: Brassicaceae

    Fotos: Landesagentur für Umwelt, Bozen

    Pollenbeschreibung:
    Form:
    rundlich
    Größe: Polachse: 29,6 (28-30) µm, Äquatordurchmesser: 30,9 (30-32) µm
    Keimöffnungen: tricolpater Pollen mit an den Enden abgerundeten Keimspalten, Keimspaltenmembran oft von feinkörnigen Exineresten bedeckt
    Pollenwand: dicke, retikulate Exine mit grobmaschiger Netzstruktur, Maschenweite in Richtung der Keimspalten kaum verringert, Netzwände erscheinen in der Aufsicht perlschnurartig, offene Netzmaschen am Keimspaltenrand vermitteln den Eindruck als sei die Pollenwand an den Keimspalten herausgeschnitten, Exine verflacht sich geringfügig in Richtung der Keimspalten

    Angaben zur Pflanze:
    Der Ackersenf stammt vermutlich ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Die Art ist heute in vielen Teilen der Welt als Unkraut verschleppt, in großen Teilen Europas ist sie jedoch bereits eingebürgert. Die einjährige, lichtliebende Pflanze wächst in Äckern, auf Schuttplätzen und an Wegrändern. Ihre buchtig gezähnten bis fiederteiligen Blätter sind durch einen großen Endabschnitt gekennzeichnet. Die Blüten entwickeln sich im Zeitraum Mai bis Oktober. Sie besitzen waagrecht abspreizende Kelchblätter und hellgelbe, benagelte Kronblätter.

  • Solidago virgaurea

    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Pollen im optischen Schnitt (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Exineskulptur und Keimöffnungen (1)
    Polansicht, Pollen im optischen Schnitt (2)
    Polansicht, Pollen im optischen Schnitt (2)
    Polansicht, Exineskulptur und Keimöffnungen (2)
    Polansicht, Exineskulptur und Keimöffnungen (2)

    Art: Solidago virgaurea (Echte Goldrute)
    Pflanzenfamilie: Asteraceae
    bei aerobiologischen Untersuchungen üblicherweise erreichtes Bestimmungsniveau: Asteraceae H-Form, Asteraceae

    Fotos: Landesagentur für Umwelt, Bozen

    Pollenbeschreibung:
    Form:
    in der Polansicht rund, in der Seitenansicht rund bis oval
    Größe: Polachse: 24,3 (23-25) µm, Äquatordurchmesser: 26,7 (26-28) µm
    Keimöffnungen: tricolporater Pollen
    Pollenwand: dünne, echinate Exine mit feinen, bis 2 µm langen Stacheln, Intine quillt im Bereich der Keimporen hervor
    Anmerkung: ähnliche Pollen bei weiteren Vertretern der Asteraceae (z. B.: Senecio,…)

    Der Pollen von Solidago wird stellvertretend für die Asteraceae H-Form (=Helianthus-Form) vorgestellt: Diese tricolporaten Pollen weisen eine im Vergleich zu den meisten anderen Korbblütler-Formen eher dünne Exine mit mehr oder weniger feiner Bestachelung auf. Eine Abgrenzung der einzelnen Gattungen ist aufgrund der geringfügigen Unterschiede kaum möglich.

    Angaben zur Pflanze:
    Die Echte Goldrute bildet eine vielgestaltige Artengruppe mit eurosibirisch-nordamerikanischer Verbreitung. Die ausdauernde, bis 1 m hohe Pflanze wächst auf steinigen Abhängen, an Waldrändern, in Gebüschen und lichten Wäldern. Ihre wechselständigen Blätter sind vielgestaltig: breit- bis schmal-lanzettlich sowie grob gezähnt bis fast ganzrandig. Die kurzgestielten, gelben Blütenköpfchen, bestehend aus Zungen- und Röhrenblüten, erscheinen von Juli bis Oktober in einer dichten, endständigen Rispe.

Nach oben