23.03.2020
Häufig gestellte Fragen bezüglich Allergie und COVID-19

Häufige COVID-19 relevante Fragen aus Mails und Facebook

Kategorie: Medikamente und Cortison

Frage: Mich würde brennend interessieren ob durch die Einnahme von Allergiemedikamenten (Antihistamine oder anderes) mein Immunsystem so herabgesetzt wird, dass ich dadurch leichter eine Grippe, Halsweh usw. bekommen kann. Ich wäre ihnen sehr dankbar wenn sie sich die Zeit nehmen würden mir zu antworten.

Antwort: Personen mit einem Heuschnupfen haben keine verminderte immunologische Abwehr, sie sind nicht „immun-geschwächt“ und die Abwehr gegen Bakterien und Viren ist bei ihnen normal. Pollenallergiker haben eine verstärkte immunologische Reaktion auf die in der Luft fliegenden Pollen. Sie bilden Antikörper gegen Allergene der Pollen, die in der Haut durch einen Allergietest oder im Blut nachweisbar sind. Dies ist kein Zeichen für eine geschwächte immunologische Abwehr. (Antwort: Prof. Dr. Bergmann)

Frage: Cortison schwächt das Immunsystem. Besteht bei Anwendung eine höhere Gefahr sich anzustecken und danach das Risiko auf einen schweren Krankheitsverlauf zu haben?

Anwort: Wenn Cortison lokal bei kutaner Allergie (atopisches Ekzem) und bronichaler Allergie (Asthma) eingesetzt wird, wird es kaum resorbiert, hilft jedoch lokal gegen die Entzündung und trägt somit zur Aufrechterhaltung der Barriere bei. Eine intakte Haut- und Schleimhautbarriere ist der beste Schutz gegen Virusinfektionen. (Antwort: Prof. Dr. Jensen-Jarolim)

Frage: Schwächt lokale Anwendung von Cortison im selben Maße das Immunsystem wir orale Einnahme?

Antwort: Nein. Systemische orale Therapie mit Cortisontabletten sind zum Auffangen allergischer Symptome, wie z.B. bei Nahrungsmittelallergien und anaphylaktischem Schock geeignet und wichtig. Chronischer Konsum oder die früher gebräuchliche präsaisonale Injektion ist dagegen kritisch zu sehen. Systemische Cortisontherapie ist wegen der Nebenwirkungen (z.B. Osteoporose, Diabetes, etc.) abzulehnen. Sie unterdrückt nicht nur die allergische Entzündung, sondern auch die Immunantwort. Diese Patienten können nun empfänglicher für Virusinfektionen sein.
Daher sollte bei respiratorischen Allergien orale Antihistaminika der Vorrang gegeben werden, bzw. bei Asthma, Neurodermitis und chronischer allergischer Rhinitis sind topische (lokale) Behandlungen mit Sprays durchaus indiziert. Nochmal, eine intakte Haut- und Schleimhautbarriere ist der beste Schutz gegen Virusinfektionen. (Antwort: Prof. Dr. Jensen-Jarolim)

Frage: Könnt ihr auch sagen ob in dem Fall der Cortison Spray eher gut oder schlecht ist?

Antwort: Siehe oben!

Frage: Kann man sich durch die Anwendung des cortisonhaltigen Nasensprays (Mometasome) leichter mit Viren bzw. dem Corona Virus anstecken?

Antwort: Siehe oben!

Kategorie: Asthma und COVID-19

Frage: Sind Personen, die an Asthma leiden stärker gefährdet?

Antwort: Es wurde kein erhöhtes Risiko für Patienten mit allergischem Asthma festgestellt. Siehe Beitrag des PID (Antwort: Prof. Dr. Bergmann)
Im Vordergrund steht, dass Asthma "kontrolliert" sein muss, damit die akuten, durch Muskelspasmen ausgelösten Asthmaanfälle verringert werden. Die Neigung zu Bronchiospasmen kann den Ablauf einer Virusinfektion der Lunge wie COVID-19 ungünstig beeinflussen, wo es onehin behinderte Atmung gibt (Antwort: Prof. Dr. Jensen-Jarolim)

Frage: Wie sieht es denn aus im Fall von allergischem Asthma - weiß man, ob das das Risiko (Erkrankung bzw. schwerer Verlauf) erhöht? Oder gibt es dazu (noch) keine Erkentnisse?

Antwort: Siehe oben!

Kategorie: Schwangerschaft und Allergietabletten

Frage: Können Allergietabletten in der Schwangerschaft ohne bedenken angwandt werden?

Antwort: Die Verwendung der niedrigsten Dosis von Antihistaminika Chlorphenamin, Cetirizin oder Loratadin wird empfohlen, ihre Einnahme im ersten Trimester korrelierte nicht mit fetalen Missbildungen. Hydroxyzin ist kontraindiziert in der frühen Schwangerschaft. Daten zur Anwendbarkeit von Dupilumab und anderen Biologika sind noch nicht verfügbar. Leukotrienrezeptor-Antagonisten sind in der Schwangerschaft sicher. In Fällen wo Allergenvermeidungsstrategien scheitern, können leichte bis mittelschwere Kortikosteroide sicher topisch angewendet werden. Die Verwendung von potenten und sehr potenten topischen Kortikosteroiden über die Schwangerschaft kann zu einem niedrigen Geburtsgewicht führen.
Allergenspezifische Immuntherapie (AIT) sollte nicht in der Schwangerschaft neu gestartet werden. Die Fortsetzung einer laufenden AIT während der Schwangerschaft scheint jedoch sicher zu sein, wenn sie davor unproblematisch war. Mehr zu diesem Thema kann man im Kapitel "The Do's and Dont's in Pregnant Allergics" kostenlos online nachlesen. (Antwort: Prof. Dr. Jensen-Jarolim)

Wir hoffen, dass Sie die Antworten der medizinischen Experten beruhigen konnten und sie die Allergiezeit auch in Zeiten des Corona Virus gut überstehen werden.

Ihr Pollenwarndienst Team

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