AllergyCare

Der Frühling beginnt! - damit beginnt die Saison für die Pollen-Allergien

Die oft unterschätzte Pollenallergie ist durch die anhaltende und starke Anschwellung der Nasenschleimhäute ein wirklich einschränkendes Problem für die Betroffenen. Niesen, Schnupfen, Augenrinnen (allergische Rhinitis) sind die Folge. Durch die eingeschränkte Atmung sinkt die Leistungsfähigkeit bis hin zu Arbeits- und Schulausfällen. Besonders unangenehm sind die Probleme beim Druckausgleich über die Ohren bei Flugreisen. Als Langzeitrisiko kann die allergische Rhinitis in Asthma übergehen, was die Lebensqualität weiter signifikant einschränkt. Ist das einmal geschehen, führt kein Weg zurück. Pollenallergien stellen somit eine substantielle Beeinträchtigung der Lebensqualität dar.

Eine symptomatische Therapie des Heuschnupfens, beispielsweise mit Nasentropfen, ist nicht genug! Eine Pollenallergie kann nur aufgehalten werden, wenn sie an der Ursache behandelt wird. Durch die sogenannte Allergen-Immuntherapie wird man durch Injektionen, Tabletten oder Tropfen gegen das relevante Allergen unempfindlich gemacht. Diese Therapie funktioniert aber nur, wenn man das richtige, auslösende Allergen gefunden hat. Genau deshalb ist ein treffsichere und rechtzeitige Allergiediagnose besonders wichtig.

Molekulare Allergiediagnose am Patienten angekommen

Wenn wir allergisch sind, bilden wir im Blut sogenannte IgE Antikörper. Sie erkennen nur genau jenes Eiweiss, das für den Allergiker relevant ist. In Pollen sind viele unterschiedliche Eiweiß-Moleküle der Pflanzen enthalten, von denen nur einige allergische Reaktionen bewirken können. Man hat erkannt, dass die Diagnose treffsicherer mit diesen Molekülen durchgeführt werden kann. Daher kommt der Begriff „molekulare Allergologie“. 1)

Der sogenannte ISAC112 Mikrochip ist ein Glasplättchen so klein wie ein Fingernagel. Darauf befinden in vielen Punkten 112 Allergen-Moleküle. Damit können wir gefährliche von ungefährlicheren Allergie-Auslösern unterscheiden. Zum Beispiel gibt es Pollenallergene, die mit einem erhöhten Risiko für Asthma einhergehen. Man braucht eigentlich nur einen „Fingerhut voll Blut“ zum Testen auf dem Mikrochip. Wenn man im Blut IgE gegen ein bestimmtes Allergen hat, bindet es an die richtigen Punkte. Sie leuchten dann im Laser Scanner auf und führen uns zielsicher zur Diagnose.

Seit 2012 bekennen wir uns zum Konzept der molekularen Allergie-Diagnose. Wir haben seither fast 2000 PatientInnen erfolgreich getestet. Während in der Regel der ISAC112 Mikrochip erst im allerletzten Schritt nach anderen Bluttests und Haut-Pricktest eingesetzt wird, setzen wir den Mikrochip zum Screening gleich am Anfang ein. Damit verkürzt sich die Zeit zur Diagnose, und wir können früher eine zielsichere Therapie einleiten. Unsere aktuellen Studienergebnisse belegen die hohe Aussagekraft der Technologie besonders bei Pollenallergien.2)

Verfasserin:
Univ.Prof. Dr. Erika Jensen-Jarolim
AllergyCare, Allergiediagnose und –studienzentrum Wien
U1 Station Kagraner Platz, 1220 Wien
Web: www.allergycare.at
Tel: 01/355 44 33
Email: erika.jensen-jarolim(at)allergycare.at

Referenzen
1) Canonica GW et al. A WAO - ARIA - GA²LEN consensus document on molecular-based allergy diagnostics. World Allergy Organ J. 2013; 6(1): 17.
2) Mothes-Luksch N, Jordakieva G, Hinterhölzl L, Kundi M, Jensen-Jarolim E. Manuskript in Vorbereitung.

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